Der Immobilienwert ist von einer Vielzahl von Faktoren abhängig – zumeist als Makro- und Mikrolage bekannt. Zu wissen, wo und wie eine Immobilie liegt, bringt nur bedingt etwas, wenn der Zustand der Immobilie nicht berücksichtigt wird. Offene Mängel wie abgeplatzter Putz fallen ins Auge und sind schnell dokumentiert. „Gekauft wie gesehen“ kann sich da für den potenziellen Käufer einer Immobilie lohnen. Aber was, wenn der kaputte Putz mehr als ein ästhetischer Makel ist - ein Symptom? Denn ein häufiger Grund für den Platzputz ist das ungewollte Eindringen von Feuchtigkeit, die die Bausubstanz angreift. Umso mehr, wenn die Temperaturen fallen und Wasser zu Eis wird. Der Schaden ist dann nicht mehr offen sichtbar, also ein versteckter Mangel. Die Feuchtigkeit bahnt sich ihren Weg bis zur Innendämmung – so auch Ameisen und andere Insekten. Solche und ähnliche Fälle kommen nicht nur in alten Immobilien vor, sondern auch in Neubauten mit Baumängeln beispielsweise.
.Seit dem Kauf des Hauses sind einige Monate vergangen. Es ist Sommer, eine gute Zeit für Sanierungsarbeiten – und Insekten. Erst entdecken Sie einige Ameisen, die durch ihre Küche wandern. Mit der Zeit werden es mehr. Sie folgen der Straße, finden, dass sie ins Mauerwerk führt. So entfaltet sich die Geschichte, bis Sie an dem Punkt sind, sich zu fragen, weshalb damals kein Baugutachten erstellt wurde. Wenn nicht vom Verkäufer, warum dann nicht von Ihnen? Womöglich erhöht dieser Schaden jetzt in erster Linie Ihr Sanierungsbudget, anstatt damals den Immobilienwert zu senken. Es sei denn, der Verkäufer hat von der nassen Wand und ggf. den Ameisen gewusst und den Umstand verschwiegen oder eine Garantie ausgesprochen - §444 BGB. Übrigens würde es dem Verkäufer in diesem Fall auch nichts bringen, wenn der Vertrag den Ausschluss der Mangelgewährleistung umfassen würde. Mit dem Gutachter zuvor, statt dem Anwalt danach, hätten Sie sich als Käufer Sicherheit verschaffen können. Der Baugutachter hätte den offenen Mangel sicher hinterfragt und untersucht – ist ja schließlich seine Haftung.

Glück im Unglück könnte man es wohl nennen, dass die Ameisen im Sommer sehr aktiv sind und sich auch weit vom Nest entfernen. Wie andere Insekten auch, können Ameisen Baumängel und -schäden anzeigen, so das Institut für Baubiologie und Nachhaltigkeit. Deswegen sollten Insektenfunde im Haus beobachtet und verfolgt werden, auch um die Schäden dokumentieren zu können. Wenn die Art dann bestimmt ist, kann ggf. dagegen gezielt vorgegangen werden.
Diesem Vorgehen sind auch Landauer Bürger und die Stadt selbst gefolgt, als die invasive Ameisenart Tapinoma Magnum entdeckt wurde. Sie stammt vermutlich aus Italien, wurde am wahrscheinlichsten über Topfpflanzen eingetragen und hat in Mitteleuropa keine natürlichen Feinde. Die bisherigen Fundstellen sind dokumentiert, Bürger und Spezialisten haben Maßnahmen vorgeschlagen, mit der Stadt abgestimmt und zur Umsetzung gebracht – bspw. den Rat, Kieselgur zu streuen. Es sollte aufgrund von globalem Warenaustausch und Klimawandel nicht verwundern, dass in allen Bereichen der heimischen Fauna und Flora invasive Arten angetroffen werden.
Für Immobilienbesitzer kann ein vielseitiger und naturnaher Garten mit heimischen Arten die Natur stärken und zum Immobilienwert beitragen. Gleiches gilt für die einmaligen und regelmäßigen Instandhaltungsinvestitionen.
Sollten Sie Fragen rund um Ihre Immobilie in der Südpfalz haben, eine Wertschätzung oder eine Immobilienbewertung benötigen, stehen wir Ihnen gern zur Seite. Wir verfügen über jahrzehntelange Erfahrung in der Immobilienbranche und der Region, verfügen über ein gut ausgebautes Netzwerk von Spezialisten.